Donnerstag, 17. März 2011

Ehrlich


Die Geschichte von Adam und Eva ist eine meiner im "Ranking" am höchsten stehenden, weil sich dort der für mich wichtigste Hinweis für mein Leben und die Ausrichtung zum Leben hin befindet.
Dass wir durch den Sündenfall zu der Erkenntnis gekommen sind, was gut und was böse ist, ist meines Erachtens nach Fluch und Segen gleichermaßen. Ich glaube, es kommt nur darauf an, wie wir diese Gabe nutzen!
Benutze und missbrauche ich diese Erkenntnis dazu, um meinen Nächsten / meine Nächste anzuschwärzen, indem ich denen vorhalte, was sie für schlechte Menschen sind, und was ich für ein guter Mensch sei, habe ich schon den ersten Schritt aus dem Paradies des eigenen, inneren
Friedens getan. Die Erkenntnis vom Bösen ist doch eher dazu angetan, mir selbst einen Spiegel vorzuhalten, und zu sehen, welchen Anteil ich am Fehltritt habe und mir zu überlegen, was ich zu tun bereit bin, meine Fehlhaltung aufzugeben.
Und selbst die Erkenntnis des Guten ist nur dann sinnvoll, wenn ich beginne, den zu loben, der das Gute vollbringt und damit die Hoffnung aufrecht erhalte, er möge dabei bleiben, weiterhin Gutes zu tun.
Die Verlogenheit also, welche ich in der Erkenntnis von Gut und Böse entdecke ist die, welche mich meine Person höher einschätzen lässt als irgendeine andere. Frieden, wahren Frieden und Zugang zur inneren Ruhe finde ich nur, wenn ich mir selbst gegenüber ehrlich werde und keine Person geringer einschätze, welche auf dieser Erde wandelt.
Meine Bereitschaft, Böses zu vergeben, wenn der Andere seine böse Tat erkannt hat und Reue zeigt, folgt nur dann, wenn ich ihn nicht mehr unter mich stelle, sondern als gleichwertig vor Gott erkenne.
Zu glauben, dass es jemanden gibt, der alle Sünden vergeben kann und uns allen die Freiheit zum Leben wieder gibt, ist eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass Leben gelingen kann.
So wird die zweite Geschichte, welche ich hier anfügen möchte, das Leben und Sterben Jesu, der Gegenpart zu dem oben genannten Sündenfall und beide wirken wie zwei Steine, zwischen welchen ich als Mensch meine „alte Haut“ abstreifen lernen kann und so das neue und lichte Gewand, was Jesus Christus uns allen bereit hält und anziehen möchte, sichtbar wird.